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Kino 02.10.2026

Die Falle bei Netflix: Wie gut ist die neue Thriller-Serie der Liebes Kind-Macher geworden?

Die Falle bei Netflix: Wie gut ist die neue Thriller-Serie der Liebes Kind-Macher geworden?
Nach dem Netflix-Hit Liebes Kind hat Autorin und Regisseurin Lisa Kleefeld die nächste deutsche Thriller-Serie für den Streamer gedreht. Serien-Experte Max Wieseler verrät in seiner Kritik, was euch in Die Falle erwartet.

Jede Woche erscheint mindestens eine neue Thriller-Serie bei Netflix, doch Genre-Serienkost aus Deutschland bleibt immer noch etwas Besonderes. Nun hat das Team hinter dem Streaming-Hit Liebes Kind mit dem Psychothriller Die Falle spannenden Seriennachschub am Start – eine Verfilmung des gleichnamigen Bestseller-Debüts von Melanie Raabe.

Ich habe bereits alle sechs Folgen der neuen Thriller-Miniserie, die ab dem 13. Oktober 2026 bei Netflix streamt, vorab sehen können. In meinem Serien-Check verrate ich euch, warum das Psychoduell zwischen einer Schriftstellerin und dem mutmaßlichen Mörder ihrer Schwester mit Spannung und Twists begeistern kann – aber auch seine Schwächen hat.

Thriller-Miniserie bei Netflix: Das erwartet euch in Die Falle

Die erfolgreiche Schriftstellerin Lisa Konrad (Friederike Becht) lebt mit ihrem Hund in einer prachtvollen Villa in der Nähe Münchens und hat ihre eigenen vier Wände seit zehn Jahren nicht mehr verlassen. Grund dafür ist das traumatische Erlebnis der Ermordung ihrer Schwester. Nicht nur fand sie ihre Leiche. Auch erblickte sie das Gesicht des Täters, der bis heute nicht gefasst wurde. Und dann sieht sie ihn eines Tages im Fernsehen.

Hier könnt ihr den Trailer zu Die Falle schauen:

Lisa ist überzeugt, dass der Investigativjournalist Robert Lenzen (Hans Löw) der Mörder ihrer Schwester ist. Um ihn zu überführen, schmiedet sie einen ausgeklügelten Plan. Sie verfasst einen von der Tat inspirierten, fiktionalen Kriminalroman, um den vermeintlichen Täter für ein exklusives Interview in ihr Zuhause zu locken.

Die Falle scheint so perfekt wie Lisas Vorbereitung. Vom Training in Selbstverteidigung und im Umgang mit Schusswaffen bis zum Coaching mit einem Verhörexperten: Da kann eigentlich nichts schiefgehen, oder? Wäre da nicht der Umstand, dass die Serie ihre Hauptfigur schon von Folge 1 an als unzuverlässige Erzählerin präsentiert, die sich in Bücherwelten verliert und an traumatisch bedingten Erinnerungslücken leidet.

Es reicht schon, dass Lisas Vorgeschichte in Form ihres autofiktionalen Romans visualisiert wird, um zu erkennen, dass Realität und Fiktion sowie Wahrheit und Täuschung in dieser Serie nicht so leicht zu unterscheiden sind. Und so entspinnt sich über sechs Folgen hinweg ein fesselndes Rätselraten, ob Lisas Rachefeldzug überhaupt das richtige Ziel auserkoren hat oder auf dem Wahn eines gebrochenen Verstands fußt.

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Die Falle bei Netflix ist ein genialer Psychothriller – aber nicht durchweg spannend

Während die Geschichte um Lisas Fallenstellung in den ersten Folgen recht geradlinig und simpel verläuft, ist es vor allem die verspielte Inszenierung durch Regisseurin (und Autorin) Isabel Kleefeld, mit der die Netflix-Serie in ihren Bann zieht. Von Fantasiereisen über Erinnerungsfetzen bis hin zur Kollision unterschiedlicher Erzählebenen: Die Falle lädt zum einnehmenden Miträtseln ein, was hier überhaupt real ist und was nicht.

Ihren Spannungshöhepunkt erreicht die Serie schließlich mit dem zentralen Interview, der titelgebenden Falle, die sich in ein im besten Sinne maximal unangenehmes Psychoduell verwandelt. Mit Beginn der zweiten Hälfte rastet die Miniserie plötzlich ein und fährt eine Wendung nach der anderen auf. Ich fühlte mich, als würde mir die Serie zuerst den Teppichboden unter den Füßen wegreißen und dann auch noch das Parkett darunter.

Ganz so twistreich und vor allem abgründig-düster wie Kleefelds vorheriger Netflix-Hit Liebes Kind ist Die Falle am Ende leider nicht geworden. Trotzdem verbindet beide Projekte eine thematische Linie mit der Verhandlung psychologischer Manipulation und dem tiefgehenden Blick auf Frauenfiguren, deren Psyche von jahrelang verschleppten Traumata verändert wurde.

In den besten Momenten ist Die Falle ein intensiver wie mitreißender und verdammt unterhaltsamer Thriller. Doch so rasant das Tempo anzieht, so plötzlich wird die Erzählung auf der Zielgeraden leider wieder ausgebremst. Ein guter Thriller steht und fällt für mich mit der finalen Auflösung. Und ohne zu spoilern: Diese erweist sich in Die Falle leider als Schwachpunkt, wenn sich das unberechenbare Psychospiel in ein schnödes Krimidrama verwandelt.

Aber glücklicherweise endet die Serie ganz am Schluss trotzdem auf einer genial ambivalenten Note, die das Ruder noch einmal herumreißt und mich auch Tage nach dem Binge weiterhin über Die Falle nachdenken lässt. Und das können die wenigsten Netflix-Thriller von sich behaupten.

Die Miniserie Die Falle steht am dem 13. Oktober 2026 bei Netflix zum Streamen bereit. Grundlage für diesen Serien-Check sind alle sechs Episoden.

Zum Originalartikel →

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